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05.09.2016

Pic of the week

Pausenapfel vor dem Start

Hugo Strausak fährt den Wagen, den kein Radprofi gerne zu Gesicht bekommt. Der Besenwagen ist aber weit mehr als die letzte Auffangstelle für abgehängte Fahrer, die das Zeitlimit nicht mehr schaffen und somit von der nächsten Etappe ausgeschlossen werden. Das mit Besen bestückte Fahrzeug bildet den offiziellen Abschluss des Renntrosses. Es heisst im englischen Radjargon „broom wagon“ und in Französisch „voiture à balai“.

Sportlicher Leiter an der Tankstelle eingesammelt

In einem Rennen sind zwischen dem Spitzenfahrzeug (rote Lampen auf dem Autodach) und dem abschliessenden Besenwagen die geltenden Strassenverkehrsregeln aufgehoben. Hingegen müssen die Regeln der Rennleitung sowie der UCI-Kommissäre jederzeit befolgt werden. Wer sich trotzdem hinter dem Besenwagen einreiht, muss sich wieder an die geltenden Strassenverkehrsregeln halten. Für Hugo Strausak ist es darum eine grosse Herausforderungen, kein Begleitfahrzeug oder Motorrad zu übersehen, das sich eigentlich vor ihm im Rennen befinden sollte. «Mal entdeckte ich, wie ein Sportlicher Leiter einer Equipe direkt aus dem Rennen an eine Tankstelle fuhr.» In solchen Momenten wartet er. Wie ein Hirtenhund treibt er die zum Rennen gehörenden Begleitfahrzeuge vor sich her. 

Nach einem Jahr Tour-Polizei und 17 Jahren als Motorradfahrer im Sicherheitsdienst weiss er, worauf es auf Rennstufe der Tour de Suisse ankommt. Seit sechs Jahren bereits ist er der Mann für den Rennabschluss. Über den internen Rennfunk „Radiotour“ ist er stets auf dem Laufenden und erhält so wichtige Informationen über Vorfälle oder auch über allfällige abgehängte Fahrer.

Peter Sagans Slalom am Rettenbachgletscher

Trotzdem war er doch ein wenig überrascht, als er in diesem Jahr am steilen Rettenbachgletscher plötzlich die Gebrüder Sagan als abgehängte Fahrer vor sich fand. Im Schneckentempo und im Zickzack über die ganze Strassenbreite kämpften sich die beiden Sagans hoch ins Ziel. «Showman Peter Sagan machte im steilen Gelände aber sogar noch ein Wheelie», lacht Hugo Strausak. Der Besenwagenfahrer musste sich derart gedulden, dass ihm gar noch Zeit blieb, vom Weltmeister ein paar Fotos zu schiessen. 

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