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Direkt hinter der Spitzengruppe, 17. Juni 2012

Seit zwei Jahren ist Ex-Radprofi Steve Bovay bei der Tour de Suisse für Radio Tour im Einsatz. Der Fribourger studiert daneben noch an der Fachhochschule und absolviert derzeit ein Mammutprogramm.

?Es ist eine sehr schöne Aufgabe, denn wir sind immer dort, wo es spannend ist, direkt hinter den besten Fahrern?, beschreibt Steve Bovay, Sektorenleiter von Radio-Tour, seine Tätigkeit bei der Tour de Suisse. Der Waadtländer befindet sich gemeinsam mit dem Jury-Präsidenten der UCI mit dem Auto hinter dem Feld oder der Spitzengruppe.

Von seinem Team, bestehend aus vier Motorradfahrern, erhält er die Infos bezüglich der Zeitabstände, der Startnummern in der Spitzengruppe oder den Siegern in der Sprint- und Bergwertung. Diese gibt der Ex-Radprofi an die Sportlichen Leiter, den Sicherheitsdienst, die Direktion der Tour de Suisse und an den Liveticker der Rundfahrt weiter.

Gefragt sind dabei Englisch-, Deutsch- und Französischkenntnisse. ?Wichtig ist auch die Bekanntgabe von Defekten, damit die Teamautos so schnell wie möglich reagieren können. Vor allem, wenn es einen Leader betrifft, wird es hektisch?, beschreibt der 27-Jährige, der zwei Jahre lang für das BMC Racing Team fuhr und heute beim Unternehmen ?Chassot Concept? angestellt ist.

Erfahrenes Team

Fachkenntnis und Erfahrung im Radsport kommen Steve Bovay zugute, ebenso ist eine Affinität der Motorradfahrer von Radio-Tour zum Velosport gefragt. ?Sie müssen wissen, wo sie sich bewegen dürfen?, beschreibt Steve Bovay, der 2008 selbst an der Tour de Suisse teilgenommen hat. ?Es ist schön, die ehemaligen Fahrerkollegen wieder zu treffen und noch Teil des Radzirkus? zu sein?, betont er.

Alle in seinem Radio-Tour-Team sind routinierte Fahrer, wobei es vor allem bei Regenetappen heisst, sehr aufmerksam zu sein. Jean-Pierre Fiumelli ist schon zum 13. Mal bei der Tour de Suisse als Motorradfahrer für Radio-Tour dabei. ?Es macht immer noch Spass?, betont der 70-Jährige, der auch schon oft bei der Tour de France oder der Tour de Romandie im Einsatz war. ?Aber nun soll Schluss sein, ich will für die Jungen Platz machen?, meint der Routinier.

Lernen nach Feierabend

Genaues Arbeiten ist gefragt, denn vor allem auf den entscheidenden Etappen wollen die Sportlichen Leiter ganz genau über die Zeiten informiert sein. ?Die diesjährige Austragung ist besonders spannend, weil sie erst am letzten Tag entschieden wird. Es liegt schon sehr lange alles eng zusammen, was die Gesamtwertung betrifft?, so Steve Bovay.

Wenn die Etappe zu Ende ist, haben seine Radio-Tour-Kollegen Feierabend. Der Student der Fachhochschule für Wirtschaft in Fribourg muss allerdings lernen. Denn wenn die Radprofis ihre Prüfungen in den Schweizer Bergen bereits absolviert haben, ist Steve Bovay in der kommenden Woche an der Reihe. Allerdings zählen bei ihm nicht mehr die erbrachten Watt, sondern seine Kenntnisse im Marketing, in der Makroökonomie oder in der Logistik. (akp)

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