Die Tour de Suisse ist die viertgrösste Rundfahrt der Welt und führt dieses Jahr bei ihrer 76. Austragung über neun Etappen und eine Gesamtdistanz von 1398,6 Kilometern.
Die längste Strecke musste im Jahr 1991 absolviert werden. Damals kürte sich der Belgier Luc Roosen nach 1912 Kilometern zum Sieger. Die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit im Prolog hält der Schweizer Fabian Cancellara. Am 16. Juni 2007 jagte er mit einem Stundenmittel von 52,45 km/h beim 3,8 Kilometer langen Auftakt in Olten über den Asphalt.
1935: Nur 35 Fahrer im Ziel
In diesem Jahr absolvieren die 160 Radprofis aus zwanzig Mannschaften 19.177 Höhenmeter. 18 ProTeams sind beim Etappenrennen am Start, die beiden Pro Continental Teams Spidertech by C10 (CAN) und Team Type1-Sanofi (USA) erhielten eine Wildcard.
Bei der dritten Edition 1935 kamen weniger als die Hälfte der gestarteten 65 Fahrer ins Ziel. Nur 35 Athleten überquerten die finale Ziellinie.
Zum dritten Mal in Italien
Der Start der zweiten Etappe erfolgte gestern im italienischen Verbania am Lago Maggiore. Für die Tour de Suisse ist es das dritte Gastspiel in Italien, nachdem Intra 1963 und Pallanza 1964 während der Schweizer Rundfahrt Startorte waren. Die meisten Etappen richtete bis dato Zürich mit 45 aus, gefolgt von Lugano mit 27 und Basel mit 21.
Simplonpass ist Dach der Tour
Das Dach der Tour ist in diesem Jahr der Simplonpass mit einer Seehöhe von 2005 Metern. Er wurde bereits am zweiten Tag von den Profis befahren und stand zum 19. Mal bei der Tour de Suisse auf dem Programm.
Der meiste befahrenste Berg ist der Gotthard, er wurde in der Geschichte der Tour bereits 36 Mal unter die Räder genommen. Der bis dato höchste Pass, den die Profis bewältigen mussten, ist der Nufenen in einer Seehöhe von 2478 Metern.
Schweiz hat die meisten Siege
Die meisten Tour de Suisse Siege feierte die Schweiz mit 23, gefolgt von Italien mit 19. Belgien liegt auf Rang drei mit acht Triumphen. Pasquale Fornara aus Italien ist mit vier Gesamterfolgten in den Jahren 1952, 1954, 1957 und 1958 der Rekordmann. Zugleich fuhr er 17 Mal im Gelben Trikot und führt auch hier die Wertung an. Dahinter folgt ein Landsmann und eine starke Schweizer Abordnung.
Je 15 Mal als Leader in die Etappen starteten Gino Bartali (Ita) und die beiden Eidgenossen Beat Breu und Alex Zülle. Nur ein Mal weniger trugen das begehrte Maillot Hugo Koblet, Ferdinand Kübler und Louis Pfenninger. Die erfolgreichsten Schweizer mit drei Gesamtsiegen sind Hugo Koblet (1950, 1953 und 1955) sowie Ferdinand Kübler (1942, 1948, 1951). Beide führen mit elf Tageserfolgen auch die Wertung bei den Etappensiegen an. Die Schweiz eroberte bis dato 205 Leadertrikots und führt auch diese Nationenwertung an.
Vom Jüngsten bis zum Ältesten
Der bisher jüngste Sieger der Tour de Suisse ist der Tscheche Roman Kreuziger mit 22 Jahren und einem Monat. Er gewann die Austragung im Jahr 2008. Levi Leipheimer, der amerikanische Gewinner des Vorjahres, war mit 37 Jahren und sieben Monaten der bisher älteste Triumphator bei der Rundfahrt.
Trikots und Wertungen
Täglich werden das gelbe ?Würth? Leader-, das grüne ?Vaudoise Assurances? Bergpreis- und das ?search.ch? Punktetrikot vergeben. In diesem Jahr bekommt der beste Schweizer das ?Roland? Jersey verliehen. Zusätzlich wird auf jeder Etappe der aktivste Fahrer des Tages ausgezeichnet.
Von Angelika Kaufmann-Pauger