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Blick hinter die Kulissen: die Lebensretter der Tour, 20. Januar 2012

Seit 2008 sind Dr. med. Roland Kretsch und Dr. med. Thorsten Hammer für die medizinische Versorgung an der Tour de Suisse zuständig. Primär kümmern sich die beiden Ärzte um kleinere und grössere Blessuren der Radfahrer, aber auch für Mitarbeiter und Gäste sind sie jederzeit zur Stelle. 

Grosse Erfahrung
Als die beiden vor 4 Jahren zum Team der Tour de Suisse hinzustiessen, brachten sie viel Erfahrung in der medizinischen Leitung von Sportveranstaltungen mit. Sektorenleiter Roland war 10 Jahre lang Rennarzt und Medizindirektor der Deutschland Tour sowie mehrere Jahre Arzt bei den Vattenfall Cyclassics und der Züri-Metzgete. Zudem war er als ehemaliger Teamarzt der Teams Bianchi, Coast und Gerolsteiner in der Notfallbehandlung von Radprofis äusserst bewandert. 

Thorsten arbeitete ebenfalls bei der Deutschland Tour, bei der sich beide zu einem eingespielten  Team und zu guten Freunden entwickelten. Als Rennarzt beim Red Bull Air Race und im Snowboard Weltcup ist Thorsten neben der Tour de Suisse auf der ganzen Welt als Notfallarzt im Einsatz. 

Viel Arbeit im Vorfeld und höchste Konzentration währen den Renntagen
Nach Bekanntgabe der offiziellen Strecke im Februar beginnt die heisse Planungsphase. Hierbei stehen die Tourärzte in intensivem Austausch mit dem sportlichen Direktor Beat Zberg. Es wird über schwierige Passagen, Baustellen und Risiken oder Probleme beim Abtransport von Patienten gesprochen. Des Weiteren gilt es Kontakt mit den Kliniken entlang der Strecke aufzunehmen, denn im Notfall ist eine schnelle und zielgerichtete Anmeldung der Patienten entscheidend. 

Der Renntag beginnt mit einem Teammeeting, bevor sich zwei Stunden vor dem Start die beiden Ärzte mit ihren Chauffeuren in der Startaufstellung einfinden. Hier gibt es die Gelegenheit für die Rennfahrer oder andere Patienten aus dem Tross, sich behandeln zu lassen. 

Nach dem Start steigt der Adrenalinspiegel. Auf Rennstufe dürfen die Fahrer ausschliesslich von den Rennärzten behandelt werden. „Die grösste Herausforderung ist es, zu jeder Sekunde im Rennen wachsam zu sein und im Vorfeld kritische Ereignisse zu antizipieren und zu vermeiden. Im Notfall gilt es trotz des medialen Rummels zielgerichtet, professionell und zügig zu arbeiten“ äussert sich Thorsten über die Schwierigkeiten im Alltag eines Tourarztes. Als besonderen Moment bezeichnet er die Begegnung mit einem 2009 lebensgefährlich verletzten Motorradfahrer des Sicherheitsdienstes vergangenes Jahr. „Insgesamt ist die Tour de Suisse eine Rundfahrt mit hochprofessioneller Organisation und hochdotiertem Fahrerfeld. Der internatonale Charakter und der sehr kollegiale Umgang im ganzen TdS Team sorgen dafür, dass ich mich jedes Jahr wieder auf die Rundfahrt freue, auch wenn dunkle Momente wie der schwere Unfall von Soler einem zu denken geben,“ so Thorsten. 

Ein Leben neben dem Radsport
Obwohl die Einsätze bei Sportevents ihre Leidenschaft sind, gehört die Tätigkeit als „normaler“ Arzt zu ihrem Alltag. Roland besitzt eine eigene Praxis in Bochum, welche als akademische Lehrpraxis der Ruhruni Bochum angeschlossen ist und bildet dort Studenten aus und Thorsten arbeitet als Oberarzt im Department für Orthopädie und Traumatologie an der Uniklinik in Freiburg. 

Das Ärzteteam freut sich bereits jetzt auf Juni 2012 und hofft natürlich, dass es möglichst ohne Beschäftigung bleibt.

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