Interview-Serie No.4 – Mathias Frank
31. Mai 2021

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Mathias Frank startet am Sonntag zu seiner 11.ten und letzten Tour de Suisse. Wir sprachen mit ihm über seine schönsten Erfolge, eine schlaflose Nacht und Geburt während der Landesrundfahrt, wie auch über seine letzte Tour de Suisse.

Tour de Suisse:«Mathias Frank, es sind bereits 14 Jahre her, seit Du zu deiner ersten Tour de Suisse gestartet bist. Kannst Du dich noch an diese Premiere erinnern?»

Mathias Frank:«Zwei Wochen vor dem Tour de Suisse start habe ich am GP Schwarzwald mein erstes Profi-Rennen gewonnen. 
Ich kann mich gut erinnern wie ich mich sehr freute und aufgeregt war.
Zudem erinnere ich mich noch, dass ich in einer Etappe mit Jens Vogt in einer Spitzengruppe war. Was schon etwas surreal war damals für mich – war Jens doch ein Idol von mir!»
lacht

TdS:«Einige Jahre später, im Jahr 2014 erlebtest Du ja deinen grossen Moment an der Landesrundfahrt. Erzähl uns doch wie es dazu kam.»

MF:«2014 war das emotionalste Highlight meiner ganzen Karriere!
Ich konnte damals über mich selber hinaus wachsen mit dem 2. Schlussrang.
Die Vorbereitung und die Umstände waren alles andere als optimal im 2014.
Ich habe nach der 2. Etappe eine Nacht ohne Schlaf im Spital verbracht, als unsere erste Tochter zur Welt kam. Danach bin ich – ohne Schlaf – eine halbe Stunde vor Start beim Teambus angekommen, kurz umgezogen und los ging’s.
Dass ich es fertig brachte, Zweiter zu werden, unter solchen Umständen ist eine unglaubliche Leistung und ich heute noch stolz drauf bin.»

TdS:«Am Schlafmangel alleine kann es ja nicht nur gelegen haben – was machte der Unterschied damals im 2014?»

MF:«Ich erinnere mich an die letzte Etappe nach Saas Fe, zu welcher ich als Vierter oder Fünfter der Gesamtwertung gestartet bin. Wir haben damals als Team eine tolle Nummer gezeigt mit Marcel Wyss und Johann Tschopp in der Spitzengruppe.
Ich liess die Anderen dann voll fahren und attackierte. Das war das coole – ich hatte keine Zweifel.
Das war das Schöne!
Dass am Ende dann halt einer schneller war, in Rui Costa der die TdS drei mal in Folge gewann, ist halt so. Es wäre natürlich das Tüpfchen auf dem «i» gewesen – aber emotional war es für mich genau so schön, ohne Gesamtsieg.»

TdS:«Und wenn Du an 2013 zurück denkst, da war schon auch Enttäuschung mit im Spiel, nehme ich an?»

MF:«Ja, nach dem ich einen grossen Teil der Tour de Suisse im Leadertrikot war, den Gesamtsieg dann am letzten Tag noch im Zeitfahren auf die Flumserberge zu verlieren, das war hart. Dieser Einbruch nagte viel stärker an mir, zum Schluss noch vom Podium zu stürzen. Dies war schwieriger zu verkraften, damals habe ich nur verloren. Im 2014 habe ich viel gewonnen.»

TdS:«Und mit welchen Gefühlen startest Du am Sonntag zu deiner letzten Tour de Suisse?»

MF:«Mit der dritten Etappe nach Pfaffnau ist es nochmals eine emotionale Geschichte. Die Strecke führt am Haus meiner Eltern vorbei. Der Club, mit welchem ich meine ersten Schritte im Radsport tat, dem VC Pfaffnau-Roggliswil organisiert die Etappenankunft. Dass dies nun zu meiner letzten Tour de Suisse klappt macht es zu einem emotionalen Abschluss, auf welchen ich mich sehr freue!»

TdS:«Mathias, herzlichen Dank dir für all die tollen Momente und Leistungen und wir wünschen dir eine wunderbare letzte Tour de Suisse.»

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