Interview-Serie: Stefan Bissegger
9. März 2021

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Der junge Thurgauer Radprofi (EF Education-NIPPO) spricht mit uns über seine frühsten TdS-Erinnerungen, seine grossen Ziele und seine Faszination für den Bahn-Vierer.

TdS: «Stefan, was ist deine erste Erinnerung an die Tour de Suisse?»

Stefan Bissegger: «Als Kind nahmen mich meine Eltern immer mit um die Tour de Suisse am Strassenrand zu verfolgen. Als Kind war der Werbetross natürlich ein Highlight. (lacht)
Wo Du Emmentaler-Käse oder ähnliches geschenkt gekriegt hast.
Sehr gut erinnere ich mich auch an das Zeitfahren in Weinfelden (2005) welches sehr spannend war.

TdS: «Wie würdest Du dich als Rennfahrer beschreiben, was sind deine Stärken?»

Stefan Bissegger: «Einerseits bin ich klar ein Zeitfahrer. Zudem bin ich im Sprint nicht all zu schlecht, das heisst gegen die Top-Sprinter habe ich meistens keine Chance, aber wenn das Rennen richtig hart ist und die Top-Sprinter vielleicht abgehängt oder angeschlagen sind, dann habe ich auch im Sprint gute Karten.

TdS: «Was bedeutet es für dich, dieses Jahr zum ersten Mal zur Tour de Suisse antreten zu können?»

Stefan Bissegger: «Dies ist meine erste volle Profi-Saison – letztes Jahr bin ich ja erst im Sommer eingestiegen. Ich bin sehr gespannt auf meine erste Tour de Suisse.
Dieses Jahr beginnt sie direkt vor meiner Haustüre mit dem Zeitfahren.
Dies ist natürlich ein grosses Ziel von mir und schon längere Zeit rot bei mir in der Agenda markiert.
Ich werde alles geben um an diesem Tag zu oberst stehen zu können – und auch Stefan Küng zu schlagen. (schmunzelt)
Es bedeutet mir sehr viel zur Landesrundfahrt an zu treten – auch mit den anderen Fahrern über unser Land zu sprechen. 
Dies wird bestimmt eine spannende Erfahrung und darauf freue ich mich sehr!»

TdS: «Die Tour de Suisse ist ja bekannt oder sogar gefürchtet dafür, dass die Sprint-Etappen nie flach, sondern eher den Klassikern nach empfunden sind.
Sind auch diese Etappen etwas für dich?»

Stefan Bissegger: «Ja, diese Strecken-Profile kommen meinem Fahrertyp sicher entgegen. Die Frage wird sein, ob ich bei den Steigungen mit den Schnellsten mit komme oder sie mich abhängen.
Dies ist immer das Risiko – wir werden es sehen. (schmunzelt)»

TdS: «Ein weiteres grosses Ziel von dir wird die Teilnahme mit dem Bahn-Vierer an Olympia sein. Wie unterscheiden sich die beiden Disziplinen?

Stefan Bissegger: «Auf der Bahn ist die Fähigkeit in sehr hoch-intensiven Bereichen fahren zu können unglaublich wichtig. Ich fahre in der Disziplin „Bahn-Vierer“, da fährt man auch auf dem Zeitfahr-Velo. So kann ich dies gut mit dem Zeitfahren auf der Strasse vereinbaren. 
Es ist sicher ein Vorteil wenn man vom Zeitfahren kommt, es sich gewöhnt ist in dieser aerodynamischen Position zu fahren.
Die kurze Maximal-Belastung ist beim Bahnsport noch stärker gefragt wie auf der Strasse. Dies muss man etwas anders und spezifisch trainieren.»

TdS: «Was reitzt dich an der Paradedisziplin Bahn-Vierer?»

Stefan Bissegger: «Beim Bahn-Vierer kommt alles zusammen: das Zusammenspiel im Team, Taktik, Material und Pacing.
Der Weltrekord ist aktuell bei 3:44, dies ist eine unglaubliche Zeit, ein 60kmh Schnitt aus dem stehenden Start. Da muss jede Komponente stimmen; jeder Fahrer im Team muss sein bestes geben, muss in Topform sein an dem Tag. Zudem braucht es die richtigen Entscheidungen zum richtigen Moment. 
Dies fasziniert mich an dieser Disziplin – diese Perfektion! »

TdS: «Du stehst am Anfang deiner Profi-Karriere – was ist dein grosser Traum?»

Stefan Bissegger: «Das allerschönste wäre wohl ein Olympia-Titel. Das ist natürlich nicht ganz soo einfach. Oder auch die Flandern-Rundfahrt oder Paris-Roubaix einmal gewinnen zu können wäre sehr schön!
Ich nehme es wie es kommt, gebe in jedem Rennen mein Bestes und hoffe auf eine lange und erfolgreiche Karriere.»

TdS: «Stefan, herzlichen Dank und dir alles Gute beim erreichen deiner Ziele!»

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