Die Tour de Suisse präsentiert 2026 eine Streckenführung mit klarem Profil: explosiv, selektiv und ohne klassische Übergangsetappen. Die 89. Ausgabe der Landesrundfahrt lässt kaum Raum für taktisches Geplänkel und verspricht Spannung vom ersten bis zum letzten Kilometer.
Tag 1: Explosiver Auftakt in Italien (Sondrio – Sondrio)
«Wir haben eine Strecke konzipiert, die vom ersten Tag an fordert und praktisch keine Verschnaufpause zulässt. Jede Etappe hat das Potenzial, das Gesamtklassement zu beeinflussen», erklärt der Sportliche Direktor David Loosli. Der Start im italienischen Sondrio setzt ein erstes Ausrufezeichen. Die Rundstrecke verspricht ein ständiges Auf und Ab und ist technisch anspruchsvoll im Stil der Lombardei-Rundfahrt. Ein Massensprint ist praktisch ausgeschlossen. Vielmehr ist mit Angriffen, kleinen Gruppen und einem ersten Kräftemessen der Klassementfahrer zu rechnen. Die Streckenführung des Frauenrennens unterscheidet sich durch ein leicht verkürztes Finale. Dennoch ist die Startetappe äusserst anspruchsvoll, und die besten Bergfahrerinnen und Klassementfahrerinnen werden um den Etappensieg kämpfen.
Tag 2: Puncheure im Fokus im Tessin (Locarno – Locarno)
Bei den Männern führt die zweite Etappe von Locarno entlang des Lago Maggiore über den Monte Ceneri. Bei den Frauen geht es von Locarno direkt ins Valle di Blenio. In beiden Rennen sorgt der Schlussteil für Spannung: Zwei kurze, teils steile Anstiege kurz vor dem Ziel sorgen für die Vorselektion. «Diese Etappe ist gemacht für explosive Fahrer und Fahrerinnen. Wer kurze Anstiege liebt, hat hier grosse Chancen auf den Etappensieg», so Loosli. Ein Sprint des gesamten Feldes ist auch hier kaum zu erwarten. Vielmehr dürfte sich der Sieg sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen unter explosiven Bergfahrer:nnen und Allroundern entscheiden
Tag 3: Taktikspiel rund um Bad Ragaz (Bad Ragaz – Bad Ragaz)
Die dritte Etappe der Männer bringt eine neue Dynamik ins Rennen. Bereits unmittelbar nach dem Start wartet mit dem St. Luzisteig ein erster Anstieg, bevor die Strecke durch das Fürstentum Liechtenstein und anschliessend Richtung Appenzellerland ansteigt. Die Schwägalp ist die zentrale Herausforderung des Tages. Danach folgt eine lange, flache Phase zurück nach Bad Ragaz. Bei dieser Etappe stellt sich die Frage: Erholen sich die Sprinter von der Schwägalp genug, um im Kampf um den Etappensieg mitzureden? «Das ist eine klassische Taktiketappe. Für die Sprinter ist dies die einzige realistische Siegchance – entsprechend hoch ist der Druck für ihre Teams», erklärt Loosli.
Bei den Frauen erfolgt der Start ebenfalls über den St. Luzisteig, danach verläuft die Strecke teilweise entlang des Rheindamms Richtung Altstätten, wo gewendet wird und die Rückfahrt nach Bad Ragaz beginnt. Abgesehen von einem kleinen Bergpreis in der Rennmitte gibt es kaum Höhenmeter. Die Sprinterinnen werden sich diese Chance kaum entgehen lassen und den Etappensieg wohl unter sich ausmachen.
Tag 4: Zeitfahren als Schlüsselprüfung (Aarburg-Aarburg)
Am vierten Tag können die guten Zeitfahrer:innen, welche auch um den Gesamtsieg kämpfen, wertvolle Zeit gewinnen. Für die Frauen und die Männer gibt es ein identisches Einzelzeitfahren über 23 Kilometer. Die Strecke weist wenige Höhenmeter aus und entspricht so einem klassischen Zeitfahren für Spezialist:innen: schnell und technisch.
Tag 5: Königsetappe (Villars-sur-Ollon / Villars-sur-Ollon)
Die letzte Etappe ist die Königsetappe – eine kompromisslose Strecke über den Col de la Croix. Der Rundkurs bietet mit langen Anstiegen und schnellen Abfahrten viele Rhythmuswechsel. Echte Erholungsphasen gibt es kaum. Die Frauen werden den höchsten Pass der Waadtländer Alpen zweimal überqueren und kommen so auf rund 3’000 Höhenmeter. Die drei Runden der Männer ergeben mehr als 4’000 Höhenmeter.
«In dieser Etappe geht es praktisch nur bergauf oder bergab. Hier entscheidet sich die Tour – und das Gesamtklassement kann bis zum Schluss komplett auf den Kopf gestellt werden», sagt Loosli.
Weitere Informationen
Visualisierungen der Strecke und detaillierte Informationen zu allen Etappen finden Sie im Etappenplan auf der offiziellen Website der Tour de Suisse sowie in der Videobeilage sowie auf unseren Social Media Kanälen.








