Longo Borghini übernimmt Gelb in Locarno

Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) hat die 2. Etappe der Tour de Suisse Women gewonnen und damit die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Die Italienerin setzte sich auf dem 105,3 Kilometer langen Rundkurs um Locarno im Finale ab und erreichte das Ziel mit 30 Sekunden Vorsprung auf Sarah Van Dam (Team Visma | Lease a Bike). Steffi Häberlin (Team SD Worx Protime) wurde starke Dritte, Marlen Reusser (Movistar Team) folgte zeitgleich auf Rang 4.

Nach einer zunächst kontrollierten ersten Rennhälfte setzten sich Margot Vanpachtenbeke (Lidl-Trek) und Carlotta Cipressi (Human Powered Health) vom Feld ab. Das Duo baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf knapp zwei Minuten aus, wurde vor den entscheidenden Anstiegen im Finale aber wieder gestellt.

Dort übernahmen die Favoritinnen das Rennen. Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon//SRAM zondacrypto) beschleunigte rund 15 Kilometer vor dem Ziel, kurz darauf versuchte auch Häberlin, sich vor der Abfahrt an die Spitze zu setzen. Am zweiten Anstieg war es schliesslich Longo Borghini, die die entscheidende Attacke lancierte. Sie setzte sich von der Gruppe um Reusser, Niewiadoma-Phinney und Van Dam ab und nahm die letzten flachen Kilometer mit einem kleinen Vorsprung in Angriff.

Kurz vor dem Ziel kam es in der Verfolgergruppe zu einem folgenschweren Missverständnis: Reusser und Niewiadoma-Phinney bogen rund 2,5 Kilometer vor dem Ziel falsch ab. Longo Borghini liess sich nicht mehr einholen und feierte in Locarno den Etappensieg. In der Gesamtwertung führt sie nun 27 Sekunden vor Ailish Lauren Dickson (FDJ United – SUEZ). Van Dam ist Dritte mit 34 Sekunden Rückstand.

Häberlin auf dem Podest, Reusser verärgert

Aus Schweizer Sicht sorgte Steffi Häberlin mit Rang 3 für das beste Tagesresultat. Die junge Schweizerin zeigte sich im Finale offensiv und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang 4. Reusser liegt nach Platz 4 in der Tageswertung neu auf Rang 5, 57 Sekunden hinter Longo Borghini.
Marlen Reusser zeigte sich nach dem Rennen entsprechend enttäuscht. «Das ist wirklich unglaublich ärgerlich», sagte sie im TV-Interview mit Blick auf den falschen Abzweiger kurz vor dem Ziel. Gleichzeitig gab sich die Bernerin kämpferisch: «Es ist immer noch alles möglich.»