De Vries gewinnt den Auftakt in Sondrio

Die Auftaktetappe führte zunächst über flaches Terrain, ehe im zweiten Rennteil gleich mehrere selektive Passagen warteten. Der erste Einschnitt der rein italienischen Etappe folgte am Anstieg nach Buglio in Monte. Auf drei Kilometern mit durchschnittlich 10,1 Prozent und einer Maximalsteigung von 17,4 Prozent lichtete sich das Feld deutlich. Aus Schweizer Sicht setzte Steffi Häberlin (Team SD Worx Protime) dort ein erstes Zeichen und sicherte sich die erste Bergwertung des Tages.

Auch vor der zweiten Bergwertung blieb das Rennen offen. Eine Fluchtgruppe mit Jasmin Liechti aus dem Schweizer Nationalteam nahm den nächsten Anstieg in Angriff, ehe Urška Žigart (AG Insurance Soudal Team) attackierte. Nach der Bergwertung setzte sich ein Trio mit Žigart, Dickson und De Vries ab. Kurz darauf griff De Vries in der Abfahrt an und liess Žigart hinter sich. Dickson kämpfte sich wieder heran und schloss rund 15 Kilometer vor dem Ziel zur Niederländerin auf.

Das Duo ging mit einem komfortablen Vorsprung in die Schlussphase. Zwar erhöhte Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon/SRAM Zondacrypto) am letzten Anstieg nochmals das Tempo und sprengte die Verfolgergruppe, doch De Vries und Dickson retteten ihren Vorsprung ins Ziel. Auf den letzten Metern zwang De Vries ihre Begleiterin in die Führungsarbeit und hatte im Sprint das bessere Ende für sich.
Für De Vries ist der Sieg in Sondrio ein besonderer Moment: Die 23-Jährige belohnte sich für eine aktive Fahrweise über die entscheidenden Anstiege hinweg und schafft mit ihrem ersten Profisieg einen Höhepunkt ihrer Karriere.

Reusser kämpft sich durch schwierigen Auftakt

Aus Schweizer Sicht stand vor allem Marlen Reusser (Movistar Team) im Fokus. Die Titelverteidigerin, die nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte nicht mit 100 Prozent Ihrer Kräfte an den Start gegangen war, verlor bereits am ersten längeren Anstieg den Anschluss an den vorderen Teil des Feldes. Später befand sie sich in einer Verfolgerinnengruppe, konnte den Kampf um den Etappensieg aber nicht mehr entscheidend beeinflussen. Neben Häberlins Punkten an der ersten Bergwertung konnte sich mit Jasmin Liechti eine weitere Schweizerin mit ihrer Präsenz in der Fluchtgruppe in Szene setzen.