Reusser krönt Gesamtsieg mit Etappenerfolg

Marlen Reusser (Movistar Team) hat die Tour de Suisse Women 2026 gewonnen. Die Schweizerin verteidigte auf der harten Königsetappe rund um Villars-sur-Ollon nicht nur ihr Gelbes Trikot, sondern gewann auch die letzte Etappe. Reusser setzte sich nach 3:07:20 Stunden vor Cédrine Kerbaol (EF Education Oatly) und Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon//SRAM Zondacrypto) durch und feierte damit ihren dritten Gesamtsieg an der Tour de Suisse Women nach 2023 und 2025.

Die Ausgangslage vor der letzten Etappe war eng. Reusser war nach ihrem Sieg im Zeitfahren mit 10 Sekunden Vorsprung auf Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ins Finale gestartet. Die Italienerin machte zu Beginn des Col de la Croix mit ihrer Mannschaft früh Druck und versuchte, Reusser an ihre Grenzen zu bringen. Die Schweizerin blieb jedoch aufmerksam, konterte die Tempoverschärfung und setzte sich in der entscheidenden Phase mit Niewiadoma-Phinney, Megan Arens (Team Picnic PostNL) und Femke de Vries (Team Visma | Lease a Bike) ab.

Longo Borghini früh distanziert

Während Reusser vorne die Kontrolle übernahm, verlor Longo Borghini den Anschluss an die Spitzengruppe. Damit verschob sich das Rennen um den Gesamtsieg früh zugunsten der Schweizerin. Kerbaol schloss später zur Gruppe um Reusser auf und brachte sich im Kampf um das Podest in Position. An der Bergspitze des Col de la Croix gewann Reusser zudem den Zwischensprint um die Punkte für die Bergwertung und zeigte, dass sie auch auf der Kletteretappe nicht nur verteidigen wollte.

Entscheidung im Schlussanstieg

Im Schlussanstieg nach Villars-sur-Ollon blieben zunächst Reusser und Niewiadoma-Phinney an der Spitze. Kerbaol kam auf den letzten Kilometern nochmals zurück und attackierte direkt, doch Reusser liess sich nicht aus der Ruhe bringen. 800 Meter vor dem Ziel lancierte sie selbst den entscheidenden Angriff und distanzierte ihre Konkurrentinnen. Mit dem Etappensieg machte sie den Gesamtsieg endgültig perfekt.

Longo Borghini, die als Zweite der Gesamtwertung in die Etappe gegangen war, fiel deutlich zurück und verpasste am Ende auch das Podest. Kerbaol wurde Gesamtzweite, Niewiadoma-Phinney belegte Rang 3. Steffi Häberlin (Team SD Worx Protime) zeigte auf der Königsetappe ebenfalls eine starke Leistung. Die Schweizerin wurde Tagessechste und beendete die Tour de Suisse auf Rang 6 der Gesamtwertung. Jasmin Liechti (Swiss Cycling) wurde Elfte und schloss die Rundfahrt als Fünfzehnte ab.